Kristof Nordmann, Geschäftsführer der Ols Braumanufaktur war zu Gast bei ichliebeoldenburg.de (ILO) und erzählt über Heimat, Lieblingsbier und spannende Pläne. Viel Spaß beim Lesen.

ILO: Moin Kristof. Cool, dass du Zeit für uns hast. Wie fing denn alles eigentlich alles an, mit dir und Ols — wer genau seid ihr? Erzähl mal.

Kristof: Moin, danke auch an euch für euer Interesse. Wir sind die Ols Brauerei aus Oldenburg. Wir möchten mit unseren Bieren die Menschen mit ihrer Heimat verbinden und stehen für den norddeutschen Lebensstil ein. Die Ols Brauerei selbst wurde bereits 2010 von Josef Herzog gegründet, welcher zum Jahreswechsel einen strategischen Partner im Oldenburger Raum gesucht hatte. Da kamen wir ins Spiel.

Wir Nordmänner/frauen waren schon vorher große Fans von den Ols Bieren und wissen natürlich auch um die Bedeutung regionaler Biermarken. Als sich dann die Möglichkeit eines Einstiegs bei unserem Heimatbier ergeben hat, haben wir uns natürlich sehr gefreut – gerade in einer Familie von Getränkehändlern hat man ja bisweilen ein sehr emotionales Verhältnis zum Bier. Im Frühjahr 2020 konnten wir uns dann über einen mehrheitlichen Einstieg verständigen und haben uns dann auch gemeinsam für einen Relaunch des Markenauftritts entschieden. Besonders freut uns natürlich, dass Herr Herzog als Gesellschafter und Braumeister seine aktive Rolle bei der Ols Brauerei beibehält.

ILO: Glückwunsch dazu. Das klingt nach einer tollen Zusammenarbeit. Apropos Brauen, wo braut ihr denn eigentlich genau?

Kristof: Unsere Spezialbiere brauen und füllen wir in unserer Brauerei am Stau in Oldenburg ab. Da unsere Kapazitäten aktuell allerdings noch nicht ausreichen alle Biere am Stau abzufüllen, arbeiten wir mit einer regionalen niedersächsischen Partnerbrauerei zusammen, wo Herr Herzog vor Ort einen Teil unserer Biere nach unseren Rezepten braut. Wir sind gleichzeitig auch gerade auf der Suche nach einer geeigneten Fläche in Oldenburg, um eine größere Brauerei zu bauen, um dann perspektivisch die gesamte Produktion nach Oldenburg zu holen. Doch hier sind wir natürlich auch auf politische Unterstützung angewiesen, um diesen Bau zu realisieren.

ILO: Das klingt nach einem Plan, wenn wir unterstützen können bei der Suche, sagt Bescheid. Doch ihr könnt ja jetzt schon echt stolz sein auf das, was ihr geschafft habt. Was würdet ihr selbst sagen, was sind bisher eure größten Erfolge?

Kristof: Ein großer Erfolg war für uns ganz klar die Eröffnung des Ols Brauhaus am Hafen, mit welchem wir unsere eigene Interpretation von der norddeutschen Bierkultur den Menschen näherbringen möchten. Ein weiterer großer Meilenstein, den wir genommen haben, war Mitte September der Launch unseres neuen Markenauftritts, der sehr klar auf unsere Region und unsere Leidenschaft zur Heimat einzahlt.

 

 

ILO: Euer Branding finden wir auch super. Tolles Logo, tolle Bildsprache. Für wen ist Ols denn in euren Augen gemacht?

Kristof: Danke, das freut uns! Ols ist ein Heimatbier für die Weser Ems Region und ist für jeden bestimmt, der ein gutes Bier zu genießen weiß. Um das Ols Gefühl in einen Satz zu packen würde ich sagen: Ols – ein bodenständiges und geselliges Bier, welches die Menschen gerne trinken und mit ihrer Heimat verbindet! Okay, ein ganz schön langer Satz. Oder so: Bier braucht Heimat – Ols ist Heimat.

ILO: Oh da bekommen wir jetzt aber Lust uns ein wenig Heimat zu zapfen. Woher kommt denn eigentlich diese Heimatorientierung?

Kristof: Ja das können wir sehr gerne. Probiert euch durch! Und zur Heimat, wir können es nicht oft genug sagen: Bier braucht Heimat – das ist unser Antrieb. Außerdem sind wir als Nordmann Familie und Unternehmen seit 1908 fest in der Region Oldenburg verwurzelt und mit Oldenburg verbunden. Deswegen war für uns sofort klar, die Ols Geschichte am Standort Oldenburg fortzuschreiben. Außerdem bietet der Standort Oldenburg eine tolle Infrastruktur, liegt mitten im Weser-Ems-Gebiet. Zudem gibt es eine tolle Gastronomielandschaft und Kulturszene, genau hier gehören wir hin. Hier fühlen wir uns zuhause.

Bier braucht Heimat – Ols ist Heimat.

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ILO: Und wir sind super froh, dass ihr euch für unsere tolle Region entschieden habt. Wie regionsbezogen ist die Suche nach Zutaten und Partnerschaften eigentlich?

Kristof: Die Zutaten in einem Bier sind klar vorgegeben: Wasser, Hopfen, Malz und Hefe. Die deutschen Hopfenanbaugebiete sind alle in Süddeutschland. Weiterhin befinden sich viele Hopfenanbaugebiete in Amerika, Australien und z.B. Tschechien. Insofern ist es schwierig, hierbei regionale Produkte zu berücksichtigen. Das ebenfalls für den Brauprozess wichtige Getreide kommt hingegen möglichst aus der Region. Wir achten bei der Auswahl unserer Zutaten dabei immer auf hohe Rohstoffqualität.

Das Thema Heimat sehen wir aber auch in Cross-Selling Bereichen. So versuchen wir, in Kooperation mit anderen Unternehmen aus der Region gemeinsam Produkte wie z.B. jüngst unser Ols Treber-Brot zu entwickeln. Treber entsteht beim Brauprozess und ist eigentlich ein Abfallprodukt, welches entweder als Düngemittel in der Landwirtschaft oder aber als Zutat für z.B. Brot verwendet werden kann. Außerdem versuchen wir, mit dem Ols Bier-Tiramisu oder Ols-Brauhaus-Schnitzel mit Bierpanade immer wieder das Ols Bier auch mit anderen Speisen zu kombinieren.

ILO: Da bekommt man direkt Appetit. Wie läuft denn die „Forschung“ nach neuen Biersorten ab? Welche Sorten gibt es? Sind noch weitere Sorten in Planung?

Kristof: Ja, das ist echt alles lecker. Müsst ihr unbedingt probieren! Zum Thema Biersorte, grundsätzlich orientieren wir uns natürlich an Trends auf dem deutschen und internationalen Biermarkt. Dabei achten wir allerdings darauf, nicht einfach Sorten zu kopieren. Wir achten immer darauf, einen eigenen norddeutschen Charakter bei allen Biersorten zu bekommen. Das läuft so, dass in unserer Oldenburger Brauerei Testsude durch Herrn Herzog erstellt werden, dann durch uns in kleinen Verkostungsrunden getestet werden. Danach nutzen wir dann das Ols Brauhaus, um diese Sude auch mit einer breiteren Masse an Kunden zu testen. Wenn diese neuen Biersorten dann gut angenommen werden, überlegen wir, ob wir diese Sorten in größeren Mengen für die Gastronomie als Fassbier oder auch als Flaschenbier für den Einzelhandel abfüllen. Aktuell feilen wir an einem Jubiläumsbier zum 10-jährigen Bestehen der Ols Brauerei, doch auch weitere Sorten werden gerade getestet, daher können die ILOs gespannt sein, auf weitere und spannende Ols Biere!

ILO: Das sind wir auf jeden Fall und wir testen auch gerne, sagt einfach Bescheid. Übrigens, welche Sorten landen denn eigentlich in unserem Ols x ILO-Kühlschrank? Der Countdown läuft ja! Und was ist eigentlich deine Lieblingssorte?

Kristof: Vernetzt sind wir ja jetzt, wir freuen uns über euch als Tester. In dem ILO x Ols-Kühlschrank werden drei Sorten kalt liegen: Ols Pilsener, Ols Naturtrüb und Ols Dunkel. Der Kühlschrank freut sich schon auf sein neues Zuhause.

Meine Lieblingssorte, also ich finde es immer sehr schwierig sich auf eine Sorte festzulegen, da ich Biere gerne situativ wähle, z.B. bei verschiedenen Speisen oder Anlässen. Dennoch bin ich von Haus aus ein überzeugter Pils-Trinker und meist greife ich daher auch sehr gerne zum nordisch interpretierten Ols Pilsener.

 

ILO: Cheers! Das klingt gut. Nun noch eine ganz andere Frage, wie habt ihr den Corona-Lockdown so überstanden?

Kristof: Das war auf jeden Fall eine schwierige, intensive, doch auch lehrreiche Zeit. Ich würde die Frage in zwei Rubriken unterteilen wollen: einerseits die innerbetrieblichen Abläufe und andererseits die Absatzsituation am Biermarkt. Einerseits waren wir im März mitten im Relaunch der Marke. So ein Relaunch profitiert natürlich unheimlich von persönlichen und lebendig geführten Diskussionen der Beteiligten sowie auch der Interaktion untereinander. Diese Gespräche mussten wir dann zeitweise komplett ins Homeoffice verlagern, was natürlich ein bisschen das positive Momentum gebremst hat, um es mal so auszudrücken. Doch jeder Krise ruht auch immer eine Chance inne. Wir sind dadurch sehr viel flexibler geworden und haben nun auch die richtigen Systeme implementiert, um von überall arbeiten zu können. Letztlich bevorzugen wir schon die persönlichen Zusammenkünfte. Gerade das gemeinsame Ols zum Feierabend vermisst man dann schon irgendwann.

Das Feierabend-Bier einmal in der Woche mit Kollegen zu trinken ist übrigens eine tolle alte Tradition in vielen Oldenburger Unternehmen, die wir gerne wieder aufleben lassen und intensivieren möchten. Der Gedanke, dass in vielen Oldenburger Betrieben ein Kühlschrank mit dem Ols-Feierabend-Bier steht, bringt mir klar ein Lächeln ins Gesicht.

ILO: Oh ja, das zaubert uns auch ein Lächeln ins Gesicht. Wir haben euch schon gesagt, dass wir auch gerne so ein Kühlschrank hätten, wie ihn eine*r unserer ILOs bekommt, oder? Wir zählen auf euch! Tolle Tradition. Wie sieht es denn generell überhaupt gerade auf dem Biermarkt aus? Wie ist eure Perspektive?

Kristof: Na klar, zum Kühlschrank schnacken wir nochmal. Da lässt sich doch natürlich etwas machen. Und zum Biermarkt, es ist natürlich so, dass eine kleine und regionale Brauerei, wie wir es sind, stark abhängig von den Absätzen in der heimischen Gastronomie ist. Daher hat uns der Lockdown auch schwer getroffen, da unsere Flaschen- und Fassbierabsätze in der Gastronomie komplett eingebrochen sind. Darüber hinaus ist der Gastronomie- und Eventbereich auch wichtig für unseren Markenkern, da wir uns hier stark engagieren. Leider ist die Perspektive für die nahe Zukunft nicht gerade positiv – gerade aufgrund der zunehmend steigenden Covid-19-Fallzahlen zum Herbst jetzt. Dennoch schauen wir, trotz der angespannten Lage, langfristig optimistisch in die Zukunft. Aktuell hat sich die Lage bei uns stabilisiert und wir können auch wieder Erfolge feiern. Unser Ziel ist es, Ols als Marke nachhaltig zu etablieren und den Menschen in unserer Region ein Stück Heimat und Lebensfreude mit unseren Produkten bescheren zu können.

ILO: Das hast du schön gesagt, für uns ist euer Bier bereits Heimat und wir freuen uns auf noch viele gemeinsame Projekte. Unsere Stadt, wie auch die Region sind stark und ihr wisst ja, gemeinsam kann man alles schaffen. Auf unsere Heimat. Cheers!